Stellungnahme zu den Vorwürfen gegenüber Armedangels
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Die am 28. Mai 2026 im Spiegel veröffentlichten Recherchen zu den internen Arbeitsbedingungen beim Modelabel Armedangels haben uns aufhorchen lassen. Die Marke ist seit Langem ein Aushängeschild für nachhaltige Mode und hat Maßstäbe für eine verantwortungsvolle Produktion gesetzt. Die nun erhobenen Vorwürfe sind schwerwiegend und werfen einen Schatten auf Armedangels. Als Verband nachhaltiger Modehändler:innen nehmen wir diese Vorwürfe sehr ernst und sehen uns in der Pflicht, gegenüber unseren Mitgliedern und der Öffentlichkeit eine klare Haltung einzunehmen. Gleichzeitig möchten wir davon absehen, vorschnell ein Urteil zu fällen.
Mittlerweile hat Armedangels ein eigenes Statement auf seiner Seite veröffentlicht. Wir schätzen die selbstkritische Betrachtung der Geschehnisse und werden uns aktiv um einen transparenten Austausch über die weiteren internen Entwicklungen bemühen.
Klare Haltung gegen toxische Arbeitskultur
re:sap e.V. steht für ein Verständnis von Nachhaltigkeit, das nicht an der Fabrikpforte endet. Faire und respektvolle Arbeitsbedingungen – auch im eigenen Unternehmen – sollten aus unserer Sicht selbstverständlich sein. Wachstum und wirtschaftlicher Erfolg dürfen nirgends auf Kosten der Gesundheit und Würde von Mitarbeitenden erzielt werden. Wir lehnen toxische Unternehmenskulturen entschieden ab und erwarten auch von unseren Lieferant:innen, dass sie diesen Anspruch intern leben.
Wir erwarten von Armedangels eine transparente Aufarbeitung der beschriebenen Vorfälle sowie konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der internen Arbeitskultur.
Anerkennung der Produktionsstandards
Unabhängig von den beschriebenen internen Zuständen möchten wir betonen, dass die ökologischen und sozialen Standards in der Produktionskette von Armedangels aus unserer Sicht nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau liegen und keineswegs unter den Wachstumsambitionen des Labels gelitten haben. Auch wenn uns der grundsätzliche Widerspruch zwischen Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit bewusst ist, ist dieser im allgemeinen Wirtschaftssystem begründet. Der Kampf um Marktanteile kann Armedangels nicht generell zum Vorwurf gemacht werden, sondern ist in der Konkurrenz zu konventionellen Marken sogar notwendig, um diese unter Druck zu setzen und die Modebranche nachhaltiger zu machen.
In der Verwendung umweltverträglicherer Materialien und Färbeprozesse, anspruchsvoller Zertifizierungen und der Herstellung hoher Produkttransparenz sind nur wenige Fashion Marken so konsequent.
Als Verband stehen wir für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Textil- und
Bekleidungswirtschaft. Dazu gehören nicht nur ökologische und soziale Standards sowie transparente Lieferketten, sondern ebenso ein respektvoller Umgang mit den eigenen Beschäftigten, gesunde Arbeitsbedingungen und eine wertschätzende Unternehmenskultur.
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